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Dunkelnacht – Theater gegen das Vergessen

Auf dieser Seite können Lehrkräfte und Bildungseinrichtungen unsere professionelle Aufzeichnung von Dunkelnacht für die Arbeit im Unterricht anfragen – als Grundlage für Gespräche über Zivilcourage, Erinnerung und Verantwortung heute.

Was ist Dunkelnacht?

1945, die letzten Kriegstage in Penzberg: Einige legen schon Betttücher bereit, weiße Fahnen, das Ende des Krieges scheint nah. Andere haben immer noch den deutschen Sieg vor Augen. Eine Zeit, in der alles möglich scheint – auch für Marie, Schorsch und Gustl. Doch die Nacht wird dunkel und lang, als das NS-Regime ein letztes Mal jeden Widerstand zum Schweigen bringen will.

Im April 2026 hat der Jugendkurs der 14- bis 16-Jährigen der Schauspielschule der Gemeinnützigen ein großes Stück gegen das Vergessen auf die Bühne gebracht. Unter der Leitung von Anika Frankenberg brachten acht junge Schauspielende den vielfach ausgezeichneten Roman Dunkelnacht von Kirsten Boie in einer Bühnenfassung von Niklas Heinecke in der St. Petri Kirche Lübeck zur Aufführung – vor rund 900 Besucher*innen.

Erzählt wird die „Penzberger Mordnacht“: In den letzten Kriegstagen wurden in der oberbayerischen Kleinstadt sechzehn Menschen von Nationalsozialisten aus den eigenen Reihen der Nachbarschaft ermordet. Das Stück fragt danach, wie so etwas möglich wird – und was es bedeutet, wegzusehen oder sich zu verhalten. Elektronische Musik von Jonas Nay, wandelbare Kostüme und ein reduziertes Bühnenbild von Katia Diegmann sowie das packende Spiel der acht Jugendlichen rufen in Erinnerung: Nie wieder ist jetzt.

Ein Theaterstück von Jugendlichen für Jugendliche – und damit ein Angebot, das Schüler*innen auf Augenhöhe erreicht. Die Aufzeichnung macht die Inszenierung nun auch für Schulklassen und Bildungseinrichtungen zugänglich, die die Aufführungen nicht besuchen konnten.

„‚Nie wieder ist jetzt‘ ist für mich kein Schlagwort, sondern ein Auftrag. Das wird in diesem Theaterprojekt spürbar. Kulturelle Bildung und Theater gibt jungen Menschen die Möglichkeit, gesellschaftliche Entwicklungen kritisch zu hinterfragen und einem Rechtsruck bewusst entgegenzutreten.“ — Anika Frankenberg, Regie & künstlerische Leitung

Die Begleitausstellung

Zu den Aufführungen zeigte die Initiative Stolpersteine für Lübeck eine eigens entwickelte Ausstellung. Sie stellt die „Steine“ und Biografien von sieben jungen Menschen vor, die in der Nazizeit in Lübeck verfolgt wurden – aus ganz unterschiedlichen Gründen: ein sowjetischer Zwangsarbeiter des Drägerwerks, ein junger Mann im politischen Widerstand, eine junge Frau, die rechtzeitig nach Norwegen fliehen konnte, ein psychisch krankes Mädchen aus dem Heim Vorwerk, ein homosexueller junger Mann aus Travemünde, ein jüdisches Mädchen, das in Auschwitz ermordet wurde, und ein jüdischer Junge, der durch einen Kindertransport nach Schweden gerettet wurde.

Die Ausstellung verbindet die Geschichte von Dunkelnacht mit der eigenen Stadt und eignet sich gut als Ergänzung zur Sichtung der Aufzeichnung. Schulen können sie kostenfrei ausleihen. Wenden Sie sich dafür bitte direkt an die Initiative Stolpersteine für Lübeck: stolpersteine-luebeck.de

Wie geht das?

Bitte schicken Sie eine E-Mail mit den folgenden Informationen an schauspielschule@die-gemeinnuetzige.de:

  • Name der Bildungseinrichtung
  • Anschrift
  • Name der anfragenden Person
  • Klasse bzw. Kurs (inkl. Jahrgangsstufe und ungefährer Gruppengröße)
  • Zeitraum, in dem die Aufzeichnung gebraucht wird

Sie erhalten dann von uns alle weiteren Informationen.

Wichtige Informationen

  • Die Aufzeichnung wird innerhalb von 1–3 Werktagen nach Ihrer Anfrage per Link und Passwort bereitgestellt.
  • Der Zugang ist 7 Tage lang gültig und erlischt danach automatisch. Bitte fragen Sie den Link deshalb erst an, wenn der Termin feststeht.
  • Die Aufzeichnung ist ausschließlich als Stream abrufbar. Für die Ansicht benötigen Sie eine stabile Internetverbindung; ein Download ist nicht möglich.
  • Wir empfehlen die Wiedergabe über Beamer und externe Lautsprecher – Musik und Sprache sind ein wesentlicher Teil der Inszenierung.
  • Die Aufzeichnung dauert ca. 100 Minuten.

Content Note

Dunkelnacht erzählt von realen NS-Verbrechen. Das Stück behandelt Gewalt, Denunziation und Morde an Zivilist*innen und enthält belastende Szenen und Bilder. Wir empfehlen die Aufzeichnung ab Klasse 8.

Wir raten dazu, die Sichtung im Unterricht vor- und nachzubereiten und den Schüler*innen Raum für Reaktionen und Fragen zu geben. Gern nennen wir Ihnen auf Anfrage Ansprechpartner*innen für die Erinnerungsarbeit in Lübeck.

Nutzungs- und Datenschutzhinweis

Auf der Bühne stehen Jugendliche. Bitte gehen Sie mit dem Material entsprechend respektvoll um.

Der Zugang wird ausschließlich für den einmaligen Einsatz im Unterricht bzw. in der Bildungsarbeit Ihrer Einrichtung bereitgestellt. Die Weitergabe von Link und Passwort an Dritte, das Mitschneiden, Abfilmen, Fotografieren oder die Vervielfältigung der Aufzeichnung sowie jede Veröffentlichung – auch in Ausschnitten und auch in sozialen Netzwerken – sind untersagt und werden verfolgt. Die Persönlichkeitsrechte der Mitwirkenden sowie die Aufführungs- und Verwertungsrechte des Verlags bleiben davon unberührt.

Credits

„Dunkelnacht“ von Kirsten Boie, für die Bühne bearbeitet von Niklas Heinecke © Aufführungsrechte: Bühnenverlag Weitendorf, Hamburg

  
Regie & Künstlerische LeitungAnika Frankenberg
Bühnen- & KostümbildKatia Diegmann
MusikJonas Nay
Produktion & DramaturgieMathis Dieckmann
EnsembleNina C., Anouk F., Karina G., Emil G., Hannes N., Magdalena S., Emily S., Martha W.
AufzeichnungMathias Holländer

Kooperationspartner: St. Petri Lübeck, Iventcon GmbH, Initiative Stolpersteine für Lübeck

Ein Projekt der Schauspielschule der Gemeinnützigen.